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Wege zur Sicherheit
Es gibt verschiedene Wege, die innere Sicherheit zu erweitern:
Viele Menschen versuchen, ihrer Angst Herr zu werden, in dem sie sie kontrollieren. Lerne statt dessen, Deine Angst zu akzeptieren. Das Problem ist nicht, daß wir weiche Knie haben, sondern wie wir dies bewerten (" Warum macht mich diese Lappalie so nervös ?")
Du schaffst Dir sicheren Boden unter den Füßen, indem Du die Aufregung zu einem Zeitpunkt akzeptierst, wo Du nichts mehr daran ändern kannst. Selbstkritik und Unsicherheit in dieser Situation führen zu Blockaden. Das macht innerlich und äußerlich eng. Der Atem stockt, Du bist hektisch und übertrieben, die Stimme verliert ihre natürliche Kraft. Unterstütze Dich statt dessen durch Erlaubnisse und positive Gedanken, (statt: ich kann damit nicht umgehen: ich spreche jetzt meinen Nachbarn an, gemeinsam werden wir das schon schaffen) Erst nach bewältigter Situation ist Zeit für kritische Selbstreflexion als Vorbereitung für ein nächstes Mal.
Wenn Du Deinen Standpunkt überzeugend vertreten willst, brauchst Du festen Boden unter den Füßen. Finde auch körperlich Deinen Standpunkt. Stehe mit beiden Beinen auf der Erde, bleibe immer in Bewegung. Lasse Deine Gestik und Mimik passieren. Ohne unsere Kontrolle finden sie leichter den Weg zur stimmigen Unterstützung unserer Worte. Zuhörende registrieren selten die innere Unruhe des Sprechenden, solange der daraus kein Problem macht.
Aber selbst wenn: Dein Gesprächspartner darf ruhig merken, daß Du aufgeregt bist. Er ist es wahrscheinlich auch. Je mehr Du mit dem, was Du sagst in Beziehung stehst, desto überzeugender bist Du. Du mußt nicht nur meinen, was Du sagst, sondern es auch fühlen.
Deshalb ist wichtig: Bevor Du reagierst: Mach Dir klar, Du bist im Recht, ein anderer tut Unrecht. Du handelst völlig richtig, wenn Du darüber sauer bist und andere darauf hinweist. Nur wenn Du davon selbst überzeugt bist, kannst Du auch andere zur Solidarisierung bewegen.
Angst (Instinkt)
tatsächliche Gefahr imaginäre Gefahr
- (Kurzfristige Steigerung der Fluchtfähigkeit)
10 Regeln zum Umgang mit der Angst:
1. Angstreaktionen sind nicht schädlich für die Gesundheit
2. Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind
verstärkte normale Streßreaktionen,
3. Verstärke Angstreaktionen nicht durch furchterregende
Phantasievorstellungen
4. Bleibe in der Realität, beobachte und beschreibe innerlich,
was um Dich herum wirklich geschieht,
5. Bleibe in der Situation, bis die Angst vorübergeht,
6. Beobachte, wie die Angst von alleine wieder abnimmt,
7. Vermeide keine Angstsituationen,
8. Setze Dich allen Situationen aus, die Dir Angst machen,
9. Sei stolz auf kleine Erfolge, auch die ganz kleinen,
10. Nimm Dir in Angstsituationen Zeit.
Streßbewältigung in einer Gefahrensituation
Du wirst aktiv
Ein Beispiel:
Ein Fahrgast kommt angetrunken in die Bahn. Er pöbelt, greift aber niemanden an. Er raucht, obwohl es verboten ist. Er legt die Füße auf den Sitz. Sofort kommt Streß bei den Anwesenden auf, auch bei Dir. Was kannst Du tun ?
Hole tief Luft, balle Deine Hände zu Fäusten, beiß die Zähne fest zusammen und spanne die Kiefernmuskeln an. Drücke Deine Zunge gegen die Zähne und presse die Lippen fest zusammen. Halte die Anspannung einen Moment und löse sie dann wieder. Atme aus und hole noch einmal tief Luft, atme wieder aus. Du kannst mit dieser Methode (progressive Relaxation) Streß reduzieren. Du wirst Dich danach besser fühlen: Ob das für Dich ausreichend ist, mußt Du ausprobieren. Ziel dieser Übung ist es auch, nicht sofort mit einer unbedachten Äußerung herauszuplatzen, besonders, wenn Du impulsiv angelegt bist.
Führe nach dieser Übung mit Dir ein stilles Selbstgespräch. Sprich Dir selbst vor, wie Du Deine mitfahrenden Nachbarn ansprechen wollen. Am wichtigsten ist die Person, die Dir körperlich am nächsten ist, von der Du also wohl auch annehmen kannst, daß sie Dir gegenüber nicht aggressiv reagieren wird. Nimm jetzt Blickkontakt auf und schiebe die Ansprache jetzt nicht mehr auf die lange Bank. Sage nun einfach, was Du denkst: "Entschuldigen Sie, daß ich Sie anspreche. aber hier kommt einer pöbelnd rein, und schon herrscht eisige Stille. Regt Sie sowas nicht auch auf? Hoffentlich steigt der bald wieder aus. Wie doch ein einzelner ein ganzes Abteil terrorisieren kann."
Verbale Kommunikation führt häufig zum Erfolg, zur Solidarisierung. Dabei wird sich Dein Streßpegel im Moment der Kontaktaufnahme enorm erhöhen. Verläuft der Kontakt wunschgemäß, so kannst Du jetzt den Streß abbauen. Frage Deinen Gesprächspartner, ob er nicht eine Idee hat, was man tun kann. Nur eins darfst Du nicht: Schweigen. Es kommt in diesen Situationen auf den ersten an! Vermeide es, durch unüberlegte und übereilte Äußerungen, den "point of no return" zu überschreiten.
Q.: GEK: “Angst” und Kautz: ”Gegen das Wegsehen”

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